
Ich werde manchmal gefragt, ob sich der Umstieg auf spiegellose Systeme lohnt. Meine Antwort: Die Frage stellt sich bald nicht mehr. Die Industrie hat entschieden.
Was spiegellos bedeutet — und warum es relevant ist
DSLRs haben einen Spiegel, der das Licht vom Objektiv in den optischen Sucher lenkt. Bei spiegellosen Kameras entfällt dieser Spiegel — das Bild geht direkt auf den Sensor. Was klingt wie ein technisches Detail, hat in der Praxis erhebliche Konsequenzen: Keine mechanischen Teile, die bewegen müssen. Schnellere Bildraten. Kompakteres Gehäuse. Moderne spiegellose Kameras wie die Sony FX3 oder die Canon EOS R5C bieten Videofunktionen, für die man früher sechsstellige Beträge in dedizierte Videokameras investiert hätte.
Der elektronische Sucher als Werkzeug
Was viele unterschätzen: Der elektronische Sucher (EVF) zeigt das Bild so, wie es der Sensor aufnimmt — inklusive Belichtung, Farbprofil und Schärfentiefe. Ich sehe also schon im Sucher, wie das Ergebnis aussehen wird. Bei einer DSLR sehe ich das Bild wie das menschliche Auge — und merke die Fehlbelichtung erst nach dem Dreh.
Was noch kommt
KI-gestützte Autofokussysteme, interne 4K-RAW-Aufnahmen, integrierte ND-Filter — die Entwicklung läuft schneller, als die meisten Produzenten mit ihren Kaufentscheidungen nachkommen können.
Wer heute neu einsteigt oder aufrüstet: spiegelloses System. Für alles andere gibt es überzeugende Gründe nur noch in Nischensituationen.
Liebe Grüße,
Sascha Manke