Star Wars Episode 1 und die digitale Revolution: Was Lucas wirklich riskiert hat

‚Star Wars Episode 1: Die dunkle Bedrohung‘ war für viele Fans eine Enttäuschung — und trotzdem einer der technisch wichtigsten Filme der Kinogeschichte. George Lucas hat 1999 etwas gemacht, das zu dem Zeitpunkt kaum jemand für klug hielt: Er hat einen 150-Millionen-Dollar-Film auf digitalen Kameras gedreht.

Sony HDW-F900 — der Schritt ins Ungewisse

Die Sony HDW-F900 war 1999 state of the art — aber sie war eben keine Filmkamera. Viele Kinobetreiber hatten Bedenken, Verleiher auch. Analoges Filmmaterial war bewährt, die Ästhetik war bekannt. Lucas hat das ignoriert und durchgezogen. Das war nicht risikolos — das war eine Grundsatzentscheidung.

Was diese Entscheidung gebracht hat: den nahtlosen Übergang zu digitalen Effekten. Jar Jar Binks war die erste vollständig digital erstellte Hauptfigur im Spielfilm — ein Meilenstein, auch wenn die Figur selbst bei den Fans kein Meilenstein war.

Was das für die Branche bedeutet hat

ILM (Industrial Light & Magic) musste damals Workflows entwickeln, die es so nicht gab. Die Podracing-Sequenz war eine der ersten Szenen, in der digitale und physische Kamerabewegungen so verwoben wurden, dass man den Unterschied kaum sehen konnte. Das klingt heute selbstverständlich — 1999 war das keine Kleinigkeit.

Avatar, Lord of the Rings, später auch die komplette MCU-Produktion — all das baut auf Workflows auf, die Episode 1 mitentwickelt hat. Lucas hat mit diesem Film die Tür aufgemacht. Dass manche Fans die Tür lieber geschlossen gesehen hätten, steht auf einem anderen Blatt.

Liebe Grüße,
Sascha Manke