In Mehrfamilienhäusern gibt es ein wiederkehrendes Geruchsproblem, das fast immer dieselbe Ursache hat: Fettablagerungen in den Steigleitungen. Was unten aus den Küchen kommt, lagert sich auf dem Weg nach unten in den senkrechten Hauptleitungen ab und beginnt dort zu faulen. Das Ergebnis sind diffuse Gerüche in den Wohnungen, vor allem in den unteren Etagen – auch dann, wenn die individuellen Abflüsse vollkommen sauber sind.
Warum die Steigleitung das Problem ist
Ein typisches Mehrfamilienhaus hat zwei zentrale senkrechte Abwassersysteme: die Schmutzwasser- und die Regenwasserleitung. Beim Schmutzwasser laufen alle Küchenabflüsse aus allen Wohnungen in dieselbe Steigleitung. Über Jahre bauen sich dort Fettschichten von mehreren Zentimetern Dicke auf, vor allem in den Anschlussbereichen der einzelnen Etagen.
Diese Fettschichten haben zwei direkte Folgen: Sie reduzieren den Innendurchmesser der Leitung und führen zu langsamerem Abfluss aus den Wohnungen. Und sie bilden den Lebensraum für anaerobe Fäulnisbakterien, die Schwefelwasserstoff (das berühmte „faule Eier“-Aroma) und andere geruchsintensive Stoffe produzieren.
Was klassische Lösungen leisten – und was nicht
Hochdruckspülung durch Spezialfirmen
Funktioniert mechanisch – entfernt einen Teil der Fettablagerungen. Kostet typisch 800 bis 2.500 € pro Steigleitung und muss in Mehrfamilienhäusern alle 12 bis 24 Monate wiederholt werden, weil die Ursache (kontinuierliche Fett-Einleitung aus den Küchen) nicht behoben wird.
Chemische Spülung
Wird gelegentlich von Klempnern angeboten. Verlagert das Fett nur weiter unten ins Rohrsystem oder ins Klärwerk, wo es Probleme verursacht. Außerdem oft nicht DWA-konform und für die Steigleitung selbst materialschädigend.
Notdienste
Wenn die Verstopfung akut wird, kommt der Notdienst. Das kostet 200 bis 600 € pro Einsatz und tritt in vernachlässigten Häusern 2 bis 6 mal pro Jahr auf.
Der biologische Weg: monatliche Dosierung
Eine wirksame und planbare Alternative ist die monatliche Anwendung eines biologischen Reinigers wie lipasanF® direkt in die Steigleitung. Empfohlen werden 1 bis 5 Liter pro Hauseinheit, abhängig von der Anzahl der angeschlossenen Wohneinheiten und der Bestandsdauer der Ablagerungen.
Die Hausverwaltungs-Anleitung beschreibt die genaue Vorgehensweise. Praktisch wird das Mittel meist über den obersten Anschluss in die Steigleitung eingebracht oder direkt in den Fettschacht im Keller. Die Lipase-Mikroorganismen wandern entlang der Rohrwand nach unten und beginnen, die Fettschichten enzymatisch in Fettsäuren und Glycerin aufzuspalten.
Was Sie nach 3, 6 und 12 Monaten erwarten können
Nach 4 bis 8 Wochen: Spürbare Reduktion der Geruchsbeschwerden aus den Wohnungen. Mieter melden, dass „der Geruch aus dem Abfluss“ verschwindet – auch wenn ihre eigenen Siphone sauber waren.
Nach 3 bis 6 Monaten: Messbare Verbesserung der Abflussgeschwindigkeit in den Wohnungen. Die Verbesserung ist nicht spektakulär, aber wahrnehmbar, vor allem im obersten und untersten Stockwerk.
Nach 9 bis 12 Monaten: Notdienst-Einsätze sind deutlich zurückgegangen, oft auf null. Die jährlichen Reinigungskosten haben sich praktisch um den Notdienst-Anteil reduziert.
Die Kostenrechnung im Beispiel
Für ein typisches Haus mit 12 Wohneinheiten:
- Bisherige Notdienst-Kosten: 800 bis 2.400 € pro Jahr
- Mögliche Hochdruckspülung alle 18 Monate: 1.200 € → umgelegt 800 €/Jahr
- Kosten lipasanF®-Anwendung monatlich (5 L pro Monat): ca. 900 €/Jahr
Der reine Materialeinsatz ist also vergleichbar zu Notdienst-Kosten. Der entscheidende Vorteil ist die Planbarkeit – keine plötzlichen 1.500 €-Rechnungen mehr, und keine Mieterbeschwerden, die Verwaltungsaufwand erzeugen.
Wichtige Hinweise
Die Mieter müssen informiert werden, dass keine chemischen Rohrreiniger mehr in den Abfluss gehören – sonst werden die Lipase-Mikroorganismen jedesmal abgetötet. Ein kurzer Aushang im Treppenhaus reicht meist.
Bei sehr alten Hausanschlüssen mit Bleirohren oder stark beschädigten Leitungen ist die biologische Behandlung kein Ersatz für eine Sanierung. In diesen Fällen hilft sie aber dabei, die Sanierungsfrequenz zu strecken.